Kommentar: Freizeitpark-Unglücks-PR: Merlin zeigt Gesicht

Bei Freizeitpark-Unfällen haben viele Parks in der Regel PR-Notfallteams im Einsatz, die dafür sorgen, dass in der Presse möglichst wenig oder möglichst neutral berichtet wird. Die Parks selbst geben meist nur schriftliche Stellungnahmen ab und vermeiden wenn möglich jegliche direkte Kommunikation mit der Presse über einen gewissen Zeitraum nach dem Unglück.

Nick Varney, CEO des nach Disney zweitgrößten Themenpark Betreibers Merlin (Heide Park, Legoland, Alton Towers, Gardaland usw.) hat einen anderen Weg eingeschlagen und sich nach einem recht tragischen Unfall auf dem Smiler der Presse gestellt. Gleichzeitig hatte er ganz Alton Towers mehrere Tage geschlossen, was ich durchaus als Zeichen der Aufklärungsbereitschaft auch unter Hinnahme von hohen Geldeinbußen werte.

Bei mir ist der Respekt gegenüber Varney seit diesem Interview gerade ein wenig gestiegen – selbst die ansonsten recht unterkühlt geführte Gruppe gefällt mir seitdem ein wenig besser. Auch wenn die Interviewpartnerin zu Beginn betont, dass es sich hier nicht um Statements sondern um ein Interview handeln soll, wirft sie später leider immer nur wieder ihr eigenes Statement in den Raum (“der Smiler war nie sicher”), während Varney immer wieder nur dagegen hält (“Er war über Jahre hinweg sicher, aber wir verbessern jetzt unsere Sicherheit weiter.”). So kommt keine Debatte zustande. (Viel zielführender wäre die Frage gewesen, welche neue Sicherheitserkenntnisse Merlin denn nun genau aus dem Smiler-Unglück gezogen hat – darauf scheint Varney nämlich keine eindeutige Antwort geben zu wollen (es scheint sich primär um den Ablauf von mehreren Zügen auf der Strecke zu drehen).)

Hier zum Interview.

(diesen Beitrag wurde zuerst auf blog.coaster.de veröffentlicht)

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