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Nussecken-Kaffeefahrt

Eintrag vom: 30.03.2015 | von: Basti | in: Privates

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Vor kurzem hab ich mal wieder meine Volksschul-Heimatstadt Winhöring besucht. Denn in ganz München gibt’s einfach keine brauchbaren Nussecken (nämlich mit ganzen Nüssen und nicht diese Püriermasse!).

Die Konditorei Schmidhuber dort ist quasi mehr eine Kindheitserinnerung für mich und so musste ich ein wenig schmunzeln, als mir erzählt wurde, angeblich würden die Leute mit Bussen in das kleine Kaff gefahren, um sich dort mit riesigen Kuchenstücken, Krapfen und anderem Süßen einzudecken. Hell, zu dem Konditor findet man doch noch nicht mal im Internet näheres.

Und kaum schau ich vorbei, was sehe ich? Eine Reisebus-Gruppe, die gerade mit vollgepackten Tüten den Laden verlässt. Verrückt! :-)

Vielleicht sollte ich einfach mal eine BastiTour nach Winhöring mit Abstecher zum legendären Schmidhuber machen. Das Holzland dort ist nämlich auch ganz schön!

Wie die Nussecken geschmeckt haben? Wie immer ganz ausgezeichnet!

Der erste brauchbare #germanwings Bericht…

Eintrag vom: 29.03.2015 | von: Basti | in: Bildung, Medien

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… in der Presse kommt aus der Schweiz.

Zumindest meiner Meinung nach.

Gibt’s eigentlich noch Leute die den Quatsch glauben, der von namhaften Magazinen repliziert wird? Es ist natürlich möglich, dass sich die Sache so abgespielt hat wie jetzt kommuniziert wird. Aber zweifelsfrei festgestellt kann in meinen Augen da nichts sein.

Und trotzdem titulieren Medienmagazine, dass man den Namen des Co-Piloten nennen müsste, weil man sonst der Presse nicht würdig sei.

Ich sage: Wer als Reporter nicht in der Lage ist, entscheidende Fragen zu stellen und Zweifel auszuräumen, bevor man berichtet, ist der Presse nicht würdig.

Wie konnte die Identität der Beteiligten, besonders des Co-Piloten und des klopfenden Kapitäns zweifelsfrei festgelegt werden? Wer ist der Experte dafür?
Welche Quelle aus dem Militärbereich hatte bestätigt, dass sich nur ein Pilot in der Kabine befand? Wie kann ein Türgeräusch zweifelsfrei feststellen, dass ein Toilettengang statt fand?
Wieso sprach niemand übers Interphone, das ja scheinbar auch außerhalb des Cockpits erreichbar ist?
Wieso erhält die Staatsanwaltschaft die Tonaufzeichnungen so spät?
Wieso sagen die Chefermittler, dass man “Wochen oder Monate” warten müsse, bis Klarheit herrscht, und pflanzt dann doch einen Fakt in die Presse?
Wer sprach davon, dass der Co-Pilot wegen Depressionen in der Uniklinik Düsseldorf war, während die Klinik selbst das dementiert?
Wie erklären Experten, dass der Flugschreiber keine Memory-Card installiert hatte, als man ihn fand? Wie wahrscheinlich ist es, dass diese aus der immerhin panzergeschützten Ummantelung hops geht?
Wer hat entschieden, dass die Staatsanwaltschaft und nicht wie sonst üblich die unabhängige Ermittlerkommission die Aufklärung des Vorfalls regelt?
Wieso hört man das Klingeln des Emergency Codes nicht, wenn die Geschichte stimmt, so wie sie kolportiert wurde?

Verschwörungstheorien? Ich finde nein – das sind einfach nur Fragen, die zu jeder journalistischen Arbeit dazu gehören. Manche davon mögen dumm sein, aber gestellt werden müssen sie, geglaubt werden darf nichts. Trotzdem tun die Massenmedien das. Früher hat man bei Vermutungen und Gerüchten immerhin noch von “mutmaßlich” gesprochen. Das ist heute völlig verschwunden.

Antworten müssen her. Egal ob bei Anschlägen in New York und Norwegen, ob bei Amokläufern auf der ganzen Welt, oder bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz. Sofort steht fest, es war Mohammed A., Andres B., Tim K., Robert S. oder eben Andreas L. Sofort wandern Foto, vollständige Familiennamen und Wohnort in die Presse – häufig noch am gleichen Tag – unter Mithilfe der Behörden, die das häufig sogar noch forcieren. Eine Geschichte muss her, soviel steht fest. Gleich, sofort. Damit sie ja später nicht mehr in Frage gestellt werden kann. Dabei nimmt es der Journalist heute mit dem Auftrag, die vierte Macht zu sein, hin und wieder nicht so ernst – und repliziert schon auch mal schön alle sinnigen und unsinnigen Meldungen, die man halt so hört. Ich glaube, manchen Journalisten ist nicht mal bewusst, dass wir durch die Verbreitung solcher Lügen schon in Kriege gezogen sind – und wenn’s nach mir ginge, dann gehört diesen Journalisten der Presseausweis entzogen.

Am Ende bleibt es vielleicht allein am Konsumenten hängen: Wenn schlechter Journalismus endlich keine Quote mehr machen würde, kämen wir der Wahrheit womöglich einen Schritt näher. Aber das erreichen wir nur durch gute Bildung und der gesunden Portion kritischen Denkens. Leider sieht es für mich nicht danach aus, dass unsere Erziehungsmethoden da langfristig in diese Richtung gehen werden…

Foto: Aldo Bidini (GNU)

Vor kurzem …

Eintrag vom: 28.03.2015 | von: Basti | in: Notiz

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… vermutlich das letzte Mal Skifahren diese Saison. Es war nur kurz, aber was soll’s: Besser wenig als nie!

Escape Agency

Eintrag vom: 27.03.2015 | von: Basti | in: Games

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Nach München scheint Nürnberg der neue Hot-Spot für Live-Exit-Games in Bayern zu sein. Jetzt hat dort nach Parapark die Escape Agency eröffnet. ExitTheRoom will wohl in Kürze mit einer weiteren Filiale folgen.

Wird bald wohl wieder mal Zeit für einen Ausflug in die fränkische Stadt, lässt sich ja vielleicht auch mit einer kurzen Stippvisite in Palm Beach verbinden. :)

maxdome gratis

Eintrag vom: 26.03.2015 | von: Basti | in: Preisfuchs

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Falls irgendjemand mal kostenlos maxdome testen will, hat jetzt bei qipu.de die Möglichkeit: Die ersten drei Monate kosten momentan 7,99 €, es gibt dafür aber 8,00 € Cashback zurück auf’s Konto. Effektiv also gratis. Normalerweise muss man laut qipu.de bei dem Angebot auch einen kostenpflichtigen Filmabruf machen, aber laut dem Blogbeitrag gilt dies wohl derzeit nicht. Bei mir wurde auch anstandslos 8,00 € gut geschrieben.

Falls jemand noch nicht bei qipu.de ist, freue ich mich über Anmeldungen über den Partnerlink hier. :-)

Jon @ Jon

Eintrag vom: 25.03.2015 | von: Basti | in: Notiz

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Kaum schreibe ich in den Kommentaren hier ein wenig über die Tatsache, dass Menschen die sozialen Medien benutzen um ganze Existenzen auszulöschen, spricht mein geliebter Jon Ronson bei Jon Stewart über genau dieses Thema.  Sehr gut hat mir dieses Zitat gefallen:

“Actually, what we’ve done to ourselves, is creating a surveillance society, like the Stasi, where we’re constantly looking for somebody’s terrible tweets.”

Hier geht’s zum vollen Interview (und hier zu einer Leseprobe seines neuen Buches).

(Ihr müsst eine amerikanische IP haben, aber nicht in den US ansässig sein, um bei Comedy Central USA gucken zu können)

Große Dongles, Nackte Hemden und ein Tritt in den Rücken

Eintrag vom: 24.03.2015 | von: Basti | in: Gesellschaft

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Notiz am Rande: Journalist und Krautreporter Tilo Jung hört auf.

Das ist eine weitere dieser Shitstorm-Episoden, bei welcher wegen eines simplen Mißverständnisses die entsprechenden Personen auf Grund von möglicherweise sexistischen Anspielungen ihren bisherigen Job verlieren:

Tilo Jung hatte ein Foto von Buzzfeed UK geretweeted (eine Parodie auf die Murados Mann-Fotostrecke) – zum Frauentag (Erklärung). Daraufhin hat sich Juliane Leopold von Buzzfeed Germany über Jung beschwert, weil er frauenfeindlich sei. Auf die Frage, warum man sich jetzt bei Jung beschwere und nicht bei Buzzfeed UK, kam die Antwort, dass man ja für Buzzfeed UK keine Verantwortung trage. Außerdem sei es einfach daneben, sowas am 8. März zu verbreiten. Auf meine Frage, ob es nicht auch daneben sei, die Konkurrenz zu diskreditieren, während man die eigenen Kollegen gewähren lässt, blieb unbeantwortet.

Konsequenz: Tilo Jung hört mit dem Journalismus auf und geht.

Schade. Ich hab sein Konzept gerne verfolgt und er hat definitiv einige wichtige Aussagen von Politikern produzieren können.

Der Fall erinnert mich an das Rosetta-Hemd oder die Situation von Adria und Hank.

Kann mir eine der Frauenrechtlerinnen das irgendwie mal erklären: Ich verstehe, dass man sich für Frauenrechte und Gender-Gerechtigkeit einsetzt. Ich mache das sogar hin und wieder beruflich. Aber ich verstehe nicht, warum man es dabei auf die Existenz der Personen ankommen lässt, gegen die man vorgehen will – und sich dabei auch noch gut fühlen kann. Allein die Verhältnismäßigkeit in den drei genannten Fällen stimmt schon nicht.

Meine einzige Erklärung bislang dafür ist die: Hass.

Und tut mir leid: Wenn ich die Wahl zwischen dem Kampf gegen gesellschafts-durchsetzten Sexismus und den Kampf gegen existenz-zerstörerischen Hass habe, dann bin ich ganz eindeutig erst mal gegen die Erzeugung von Hass. Die Art, wie hier versucht wird Debatten zu führen, ist weder fair, noch demokratisch noch zielführend. Ich glaube an Problemlösung im Dialog. Der findet nicht statt: Alle diese drei Personen (Tilo, Matt, Hank) haben sich entschuldigt (ich weiß nicht mal genau, für was, aber die Beschwerdeführer werden schon wissen, was sie falsch gemacht haben). Nicht mal diese Entschuldigung wurde akzeptiert.

Das ist keine Debatte. Es ist nicht mal Widerstand. Von friedvollen Widerstand ganz zu schweigen. Es ist ein Kampf ohne auch nur die Chance auf Begnadigung. Es wird auf Leute eingedroschen, wo sie längst am Boden sind.

Daran glaube ich nicht. So kämpfe ich nicht mit.

Your vagina is a self-cleansing muscular tract with over 50.000 nerve cells ready to act

Eintrag vom: 23.03.2015 | von: Basti | in: Medien

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Hab ich schon mal gesagt, dass ich ein Fan von I kveld med Ylvis bin? Das ist eine Late-Night-Show auf dem norwegischen Sender TVNorge mit den Brüdern Vegard und Bård Ylvisåker.

Jetzt könnte man meinen: “Eine weitere Late-Night-Show, na und?

Und selbst wenn man sieht, dass sie rund zwei Stunden dauert könnte man noch sagen: “Gut, ist halt mal ein wenig umfangreiche produziert als sonst, was soll’s?” Immerhin kommt sie “nur” einmal pro Woche.

Man könnte auch sagen, dass sie mit “The Fox” eines der viralsten Youtube-Videos produzierten, deren sozialkritische Aussage gerade in den USA scheinbar nicht mal im Ansatz verstanden wurde (aber bei Jon Stewart letztens perfekt in einer FOX-News-Satire eingebunden war) und darauf antworten, dass es halt ein kreativer Glücksgriff gewesen sei.

Aber ganz so leicht ist es nicht.

Ein Beispiel: Die Show öffnet jede Sendung mit einem anderen Show-Opener. Ich habe hier mal ein Beispiel des Openers der Sendung vom 16. September verlinkt. Man beachte neben der Höchstleistung der Moderatoren, auf die ja auch noch eine zweistündige Show wartet, allein die unfassbare Größe der Studio-Location:

Hat ich übrigens gesagt, dass das alles auch noch live ist?

Mal zur Relation: Das ist Norwegen. Das ganze Land hat rund 5 Millionen Einwohner, 1 Million weniger als allein die Metropolregion Berlin. Der produzierende Sender hat 75 Angestellte – das sind gerade mal halb so viele wie bei SuperRTL. Das ZDF allein hat 3600!

Und trotzdem produzieren die da immer wieder absolutes Gold. Ein paar Formate der Sendung sind z.B. (Durchklicken wärmstens empfohlen):

Allein die Tatsache, dass die Moderatoren die verschiedenen Formate auch noch selbst machen, finde ich beachtlich: Egal ob die gewaltige Akrobatik in den rotierenden Räumen, die Gesangseinlagen, die Tanzeinlagen, die vielen Szenen mit beachtlicher Multilingualität, die Interviews, die Live-Konzerte oder die Scherze mit versteckter Kamera. Soviel Einsatz bei rund 300.000 bis 400.000 Zuschauern in Norwegen. Kudos, Yilvis!

(Den Blogbeitrag-Titel können Ylvis-Fans zuordnen, bei allen anderen sorgt er für erhöhte Clickaufmerksamkeit ohne Sinn und Verstand)

Domina, Elefantenarsch und ein Glas Urin

Eintrag vom: 22.03.2015 | von: Basti | in: Erlebniswelten

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Höre mir gerade einen Podcast zu “Trapped: Locked & Key” an. Es handelt sich dabei um einen Horror-Walkthrough auf Knott’s Berry Farm. Es ist wirklich schwer, Informationen darüber zu finden, denn das Filmen ist streng verboten und Fotos gibt es auch kaum. Auch die meisten Reviewer halten sich bedeckt und geben nur die Info, dass es ganz schön “edgy” und “adult” sein soll. Angesichts der Tatsache, dass Knott’s ja schon ein Familien-Themenpark ist, noch dazu ja auch kein kleiner, bin ich vom Inhalt in der Saison 2014 doch überrascht. Zugegeben: Die “Knott’s Scary Farm”, wie das Event über Halloween heißt, richtet sich schon speziell an erwachsene Besucher, auch wenn im Podcast klar wird, dass Familien da auch mit ihren Kindern rein gingen (und man dabei einige Angst-Urin-Probleme zu managen hatte). Der Podcast ist bislang jedenfalls die einzige Möglichkeit, um wirklich tiefgreifende Infos darüber zu kriegen.

Um was geht’s?

Man könnte die Attraktion als eine Mischung aus Horror-House und Live-Escape-Game beschreiben: Man muss sich als Gruppe durch eine Reihe an Räumen arbeiten oder rätseln, um zu entkommen. Dabei passiert allerlei… merkwürdiges. Erklärtes Ziel war: Die Leute unter Streß zu setzen.

Ich hatte etwas horrorartiges erwartet, etwas vielleicht im SAW-Stil, mit Zeitdruck oder etwas albtraumhaftes, etwas mit Thrill und etwas, dass dem Mainstream-Publikum in Knott’s noch halbwegs gerecht wird. Was ich dann hörte polarisiert mich ein wenig – man sieht im Podcast zwar nichts, aber man kann die Attraktion mithören.

So gibt es Sachen, die mich wenig überzeugen. Gleich zu Beginn zieht sich die Einweiserin ein Dominatrix-Kostüm an und man muss um drei Schlüssel betteln, die man für spätere Räume braucht. Hin und wieder werden Besucher auch mit Klebeband geknebelt. Während ich absolut nichts gegen SM habe, die Idee für Escape-Games sogar eigentlich ganz gut finde wenn man sie in einen guten Kontext bindet, muss man aber auch sehen, dass so eine Sache ein gewisses Vorspiel braucht. Ist das Mindset der Gruppe nicht darauf eingestimmt, wirkt es in meinen Augen schnell gezwungen. Man muss sich in der Gruppe auch verpflichtend spanken lassen. Gleich zu Beginn sowas? Schwierig. Irgendwie habe ich mehr das Gefühl, man wollte auf die 50 Shades of Grey-Schiene aufspringen (Jeff Tucker von Knott’s gibt das in der offiziellen Vorstellung von Trapped hier bei Minute 30 auch zu). Warum das Stress erzeugen soll, erschließt sich mir nicht ganz.

Vielleicht ist die Sache aber auch spezifisich auf die US-Prüderie abgestimmt: In anderen Räumen muss man mit der Hand im After eines Elefanten herumtasten(?) oder bekommt bei einer medizinischen Augen-OP-Sache einen ordentlichen Schuss Luftdruck in den Schritt gepustet. Finde ich jetzt weder kreativ noch lustig sondern eher demütigend. Aber gut, vielleicht Geschmacksache.

Später gibt es dann eine Hommage an Howard Hughes: In einem Raum sammelt jemand seinen Urin, der dann ausgeschenkt und getrunken werden muss, damit die nächste Tür auf geht. Hin und wieder werden Leute auch unter dem Urinbrunnen geduscht. Ich weiß nicht, ob ich RTL-Reality-TV-Niveau so unterhaltsam finde… Im Podcast verraten die Macher, dass es tatsächlich nur Essig mit ein wenig Apfelsaft war, zeitweise auch mit Salz versetzt. Ekelhaft muss es wohl trotzdem schmecken – so echauffiert man sich dann auch darüber, dass man jeden Tag die Attraktion anhalten musste, weil der Raum so vollgekotzt war und desinfiziert werden musste.

Besucher haben bestätigt, dass das wohl nicht übertrieben war. Für einzelne Besucher war der Tag nach dem Essig-Schock wohl gelaufen und das macht mich dann doch mehr als stutzig, dass man soweit gehen wollte. Einem kleinen Special-Interest-Scare-Event traue ich das ja noch zu – aber einem großen Themen-Park? Wow. Und leider eben trotzdem ziemlich billig.

Dann gibt’s aber auch Sachen, die mir gefallen. Zum einen, ein Escape-Game mit einer ordentliche Menge an Räumen zu kombinieren (es sind glaube ich an die 20). Die regulären Live-Escape-Games leiden ja darunter, dass sie keinen Troughput an Menschen schaffen, weil sie meist nur zwei oder drei Räume haben, aber eine Spielzeit von rund einer Stunde füllen müssen. In Trapped bleibt man in der Regel nicht länger als ein paar Minuten in einem Raum bevor es weiter geht. Das finde ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht schon viel spannender. Im Podcast sprechen sie auch davon, wie schlecht die Rotation am Anfang noch lief, weil man die Zeiten völlig falsch eingeschätzt hatte (erstaunlich, dass es wohl kaum Beta-Tests dafür gab, teilweise wirkt das echt dilletantisch).

Die schauspielerischen Leistungen sind (von dem was ich gehört habe) allesamt recht gut und spielen über die inszenatorischen Schwächen gut hinweg. So trifft man als Gruppe auf eine Person, die ihre Handschellen (aus einer andere Szene in “Trapped”) nicht öffnen konnte und damit im “Maze” hängen blieb. Es ist wirklich nicht klar, ob die Person spielt oder ob es echt jemand ist, der liegen blieb. Man kann sie jedenfalls befreien und sie bedankt sich und verschwindet – nur um im späteren Verlauf in die Story integriert zu werden – und dann ganz SAW-like in einem Käfig eingesperrt noch einmal gerettet werden muss. Ganz zum Schluss muss man sie dann sogar selbst töten, um die letzte Türe zu öffen (und das sogar ziemlich effektiv). Moralisch diskutierbar, aber zumindest wird damit noch ein soziales Dilemma behandelt.

Auch schön: Die Gruppe wird immer wieder mal getrennt. So betritt man ein pinkes Kinderzimmer voller Mädchen-Bilder. Aus dem Schrank kommt ein maskuliner Typ im rosanen TüTü und treibt die Gruppe außeinander: Ein Teil muss sich im Schrank verstecken, ein anderer unter dem Kinderbett. Später entdeckt die Gruppe dort eine Geheimtür im Schrank und einen Durchgang unter dem Bett. Die Gruppe kommt in einem Puzzle-Raum wieder übereinander zusammen und können sich durch ein Gitter sehen. Dort ist dann gemeinsames Rätsel-Lösen gefragt, um die nächste Tür zu öffnen. Nette Ideen, die mir in herkömmlichen Exit-Games oder Horror-Mazes noch viel zu wenig eingesetzt werden.

Achja, und ganz zum Schluß wird die ganze Truppe in einem Folter-Raum an Galgen gehängt – wirklich. Gut, die Idee finde ich wirklich nett und scheint einige Leute wirklich fertig gemacht zu haben (und ja, es gibt ein Safeword). Mehr Details kann man sich in einem 4-stündigen (!) Walkthrough-Podcast mit den Machern anhören.

Studio Isabella

Eintrag vom: 21.03.2015 | von: Basti | in: Events

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Kleine Event-Randnotiz: Im Rahmen “Basti besucht alle Kinos Münchens” fehlen immer noch ein paar Lichtspielhäuser. Diese Woche ist das Studio Isabella in Altschwabing dran. Geguckt wird Josef Haders und Wolfgang Murnbergers neueste Brenner-Verfilmung “Das Ewige Leben“.

Kommenden Montag, Filmbeginn 20:30 Uhr, Eintritt 6,50 €, isabella.li